| rot ↑ | blau ↓ |
| grün ← | gelb → |
Haben Sie es bemerkt? Die Übung ist weniger einfach, als sie auf den ersten Blick erscheint.
Die ersten 30 Wörter ließen sich vermutlich noch problemlos bearbeiten: Begriffe wie Hund,
Katze oder Maus konnten Sie ohne große Anstrengung der passenden Farbe zuordnen.
Doch wie erging es Ihnen bei den Wörtern rot, blau, grün und gelb?
Wahrscheinlich benötigten Sie hierfür mehr Zeit als zuvor und machten –
insbesondere bei zügiger Bearbeitung – auch mehr Fehler.
Die Ursache liegt in der gleichzeitigen Aktivierung zweier unterschiedlicher Verarbeitungsprozesse,
die miteinander in Konflikt geraten. Das Benennen der Wortfarbe ist eine bewusst auszuführende Aufgabe:
Sie erfordert Aufmerksamkeit und muss willentlich gesteuert werden. Gleichzeitig läuft jedoch ein zweiter Prozess automatisch ab –
das Lesen des Wortes selbst. Dieser automatisierte Lesevorgang lässt sich nicht einfach unterdrücken.
Gut eingeübte Handlungen wie das Lesen erfolgen nahezu mühelos und automatisch, während weniger trainierte Tätigkeiten –
wie das Benennen der Schriftfarbe – eine höhere mentale Anstrengung erfordern. Dadurch fällt es uns leichter, ein Wort zu lesen,
als eine seiner Eigenschaften (in diesem Fall die Farbe) korrekt zu benennen, wenn beide Informationen im Widerspruch zueinander stehen.
Diese spezielle Testanordnung, die zu einem Konflikt in der Informationsverarbeitung im Gehirn führt, wird als Stroop-Test bezeichnet.
Der dabei entstehende innere Widerspruch ist als Stroop-Effekt bekannt. Verfahren auf Basis dieses Effekts werden häufig in
der klinischen und neuropsychologischen Diagnostik eingesetzt, etwa zur Untersuchung von Aufmerksamkeits- und Kontrollprozessen
oder bei hirnorganischen sowie psychologischen Fragestellungen.
Hinweis Sollten Sie den Test nicht fehlerfrei absolviert haben, besteht kein Anlass zur Sorge.
Beim ersten Durchlauf bleibt kaum jemand vollständig ohne Fehler – das ist völlig normal und Teil des Effekts.